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Tod dem Teppich: Rollstuhlgerechte Bödenbeläge für Innen- und Außenräume

Ich liebe meine Wohnung wirklich, aber ich bin bis heute nicht dahinter gekommen, warum jemand auf die wenig geniale Idee gekommen ist, im rollstuhlgerechten Studentenwohnheim nicht auch rollstuhlgerechte Bodenbeläge zu verlegen. Stattdessen wurde Teppich genommen.  Ich kann nachvollziehen, warum Menschen, die laufen können, Teppiche mögen. Sie sind weich, gemütlich und flauschig. Wir alle lieben Flausch, ich im Besonderen. Aber als Rollstuhlfahrerin und als tollpatschiger Mensch noch dazu empfinde ich Teppich als unpraktischsten Bodenbelag überhaupt. Er bremst den Rollstuhl ständig, kostet damit viel mehr Kraft beim Fahren und obendrein kann man Teppiche nicht einfach abwischen, sondern Flecken und Matsch kommen, um zu bleiben. Besonders jetzt im Herbst und Winter.

Gerade bei den rollstuhlgerechten Bodenbelägen ist Teppich NICHT immer die beste Wahl!
Bild: Tobias Steinhoff – cc Flickr

Was Ihr meiner Wutrede über den armen Teppich entnehmen könnt: Bodenbeläge sind besonders für uns Rollstuhlfahrer ein wichtiges Thema bei der Einrichtung. Aber ein bisschen ist es wie bei der Suche nach der perfekten Jeans oder nach dem perfekten Kleid: Ihr solltet Euch überlegen, wann und wie Ihr Euren Rollstuhl nutzt, um den rollstuhlgerechten Bodenlag zu finden, der genau zu Euch passt.

Rollstuhlgerechte Bodenbeläge für Innenräume: Robust und abwaschbar

Für die Innenräume ist es ein wichtiger Faktor, ob Ihr Euren Rollstuhl gleichermaßen für drinnen und draußen nutzt. In dem Fall ist es natürlich nicht vermeidbar, dass auch immer wieder Schmutz von der Straße in die Wohnung gelangt. Das bedeutet also, dass Euer Bodenbelag leicht zu reinigen sein sollte. Da bieten sich vor allem Belägen aus Laminat oder Linoleum an. Beide Arten sind robust, sind nicht besonders anfällig für Kratzern und lassen sich einfach abwischen. Besonders wenn Ihr auch im Innenraum einen Elektrorollstuhl verwendet, ist es beim Laminat wichtig, dass Ihr auf die Nutzungsklassen achtet.
Diese reichen für den Privatbereich von NK 21 bis 23. Je höher die Nutzungsklasse ist, umso besser ist auch die Qualität und Robustheit des Bodens. Prinzipiell wären auch reine Holzfußböden wie Parkett oder Dielen gut abwaschbar, durch regelmäßige Feuchtigkeit kann aber dieser Boden aufquellen, was vor allem im Herbst oder Winter durch Schnee oder Matsch zum Problem werden kann.

Achtung rutschig!

Auch Fliesen oder Steinböden lassen sich gut sauber halten, haben aber gegenüber den anderen Böden zwei Nachteile: Sie fühlen sich eher kalt an und sie sind meist rutschig. Besonders wenn Ihr selbstständig aus den Rollstuhl aufsteht, solltet Ihr einen rutschfesten Belag wählen. Auch hier eignet sich wieder besonders Laminat. Aber auch andere Bodenlege lassen durch rutschfeste Folien an bestimmten Stellen wie z.B. vor dem Bett sicher gestalten. Gerade zum Thema Sicherheit solltet Ihr aber bei allen Bodenbelägen im Innenbereich auf Läufer oder unbefestigte Teppiche verzichten. Diese können nicht nur wegrutschen, wenn Ihr aufsteht, sondern bremsen den Rollstuhl wie gesagt auch immer wieder aus.

Außenbereich: Bei Sonne und Regen

Auch beim Bodenbelag im Außenbereich ist die Rutschfestigkeit eines der wichtigsten Kriterien, schließlich sollte der Boden für Euch nicht nur befahrbar sein, wenn die Sonne scheint, sondern auch Regen gut standhalten. Beton, Asphalt oder auch Platten aus Elastik können eine gute Grundlage sein, die beständig jede Witterung aushalten. Steinplatten sind auch sehr witterungsfest, können aber gerade bei Regen oder Schnee schnell sehr rutschig werden. Pflastersteine sind zwar sehr rutschfest, da sie Wasser durch ihre Fugen gut ablaufen lassen , aber gerade diese Fugen und Ritzen können auch eine Gefahr für Rollstuhlfahrer darstellen.

Feste und ebene Untergründe

Neben der Rutschfestigkeit zeichnet sich ein rollstuhlgerechter Bodenbelag für den Außenbereich besonders durch einen festen und ebenden Untergrund aus. Aus diesem Grund sollte der Abstand und der Höhenunterschied zwischen den Pflastersteinen so gering wie möglich gehalten werden. Die Fugenbreite sollte maximal 2 cm betragen, da sich sonst die Vorderräder des Rollstuhl darin verfangen können. Generell solltet Ihr bedenken, dass jede Unebenheit im Boden einen höheren Kraftaufwand für Euch oder eben mehr Energie  für Eurem Elektrorollstuhl bedeutet. Deswegen ist es ratsam, sich für einen festen Belag zu entscheiden und Alternativen wie Sand oder Kies nur für einzelne Dekozwecke eingesetzt werden.

Wenn Ihr noch mehr Tipps für ein rollstuhlgerechtes Zuhause sucht, schaut mal bei diesem Ratgeber zum barrierefreien Wohnen  vorbei.

 

dieser Beitrag ist in freundlicher Zusammenarbeit mit Casando entstanden

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