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3 Gründe warum Inklusion sich für Menschen ohne Handicap lohnt

Ich habe ja schon mal ausführlich darüber geschrieben, warum und wie Inklusion immer mehr zu einem Modewort und zu einer leeren Phrase wird. Aber on Top wird die Inklusion als Begriff nicht nur zu oft an falschen Stellen verwendet, sondern meistens auch noch sehr einseitig betrachtet. Natürlich macht Inklusion, wenn sie funktioniert, mein Leben mit Behinderung leichter. Keine Frage. Aber es geht nicht nur darum. Die andere Frage ist, was haben Menschen ohne Behinderung von der Inklusion, außer gutes Karma vielleicht?

Bild von Gesellschaftsbilder.de /http://gesellschaftsbilder.de/photo/166/Inklusionsfackellauf-in-Berlin.html

 

Nach meiner Meinung ist Inklusion kein Geschenk von der nicht behinderten Gesellschaft an uns behinderte Menschen, sie ist kein Luxus. Inklusion ist ein grundlegender Austausch über verschiedene gesellschaftliche Strukturen, ein ständiges Geben und Nehmen.
Hier sind 3 gute Gründe, warum sich Inklusion auch für Menschen ohne Behinderung lohnt:

1. Zugänglichkeit für alle

Dieser sehr technische Punkt der Inklusion ist wohl im Bezug auf meine Erfahrungen als Rollstuhlfahrerin der Offensichtlichste: Überall wo Rollstuhlfahrer hinkommen können, können auch Leute mit Kinderwagen, Krücken, Rollatoren, oder viel Gepäck leichter hinkommen. Je nach Ort bedeutet das, unter Umständen auch sehr konkret mehr Umsatz für Läden oder Lokale.

Euer Einsatz für eine inklusive Gesellschaft verbessert eure alltäglichen Wege und nebenbei fördert ihr die Wirtschaft.

2. Weniger Sorgen und mehr Spaß im Alter oder bei Krankheit

Laut Studien sind nur um 4% der Behinderungen angeboren. Das heißt, dass die meisten Menschen erst im Alter, durch Krankheiten oder Unfällen eine Behinderung bekommen. Einer der berühmtesten Sätze ist in diesem Zusammenhang: ich wäre lieber tot als im Rollstuhl. Ein Leben im Rollstuhl gilt also für viele Menschen immer noch als nicht lebenswert. Warum ist das so? Weil es immer noch keine/ wenig Inklusion gibt!
Das Leben im Rollstuhl ist oft kompliziert und manchmal auch richtig Scheiße, aber nicht, weil ich meine Beine nicht bewegen kann. Es ist kompliziert, weil ich nicht überall hinkomme und somit viel verpasse. Partys. Chancen. Züge.
Es ist manchmal richtig Scheiße, weil Menschen mich auf meine Behinderung reduzieren, mir nichts zutrauen oder sogar Angst vor mir haben.
Aber die meisten dieser Dinge würden ja in einer inklusiven Gesellschaft wegfallen und somit wäre ein Leben im Rollstuhl zwar ganz bestimmt immer noch eine Umstellung, aber nichts mehr, vor dem man solche Angst hat, dass man lieber sterben würde.

Euer Einsatz für eine inklusive Gesellschaft ist eine Investition in eure eigene, tolle Zukunft oder in die eurer Liebsten.

3. Leben ohne Perfektionsdruck

Es ist ja kein Geheimnis, dass unsere Gesellschaft ständig mehr will: schneller, besser, schöner! Menschen mit Behinderungen können da oft aus verschiedenen Gründen nicht mithalten. Uns trifft trotzdem kein Blitz – wir leben auch so! Das ist einer der wichtigsten Messages der Inklusion: Keiner ist immer perfekt und keiner braucht das sein. Auch wenn ihr nicht die besten seid, auch wenn ihr Fehler habt, geht das Leben weiter. Gerade für Kinder ist das eine großartige Erfahrung. Je sichtbarer und natürlicher Menschen mit Behinderungen für die Gesellschaft werden, desto klarer wird diese Message für alle werden.

Eurer Einsatz für eine inklusive Gesellschaft macht euer Leben und das euerer Kinder entspannter.

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