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Twittertabu: Liebeskummer?

Ich bin ein Twitterer aus ganzem Herzen, nicht umsonst steuere ich auf die 8000 Tweets-Grenze zu.
8000 Tweets, die mehr oder weniger 140 Zeichen lang sind, sind 1.120.000 Zeichen, bei einer durchschnittchen Zeichenanzahl von 18000 pro Din 4 Seite, sind das runde 620 Seiten. Ich habe also schon einen ganzen Roman lang Dinge mit meist völlig fremden Menschen geteilt. Die meisten Sachen davon waren lustig oder informativ, im besten Falle sogar beides.


copyright – cc: http://pixabay.com/en/heart-broken-love-misfortune-239667/

Jetzt habe ich aber ein Problem: ich habe Liebeskummer. Liebeskummer ist nicht lustig oder informativ, sondern eimfach ziemlich traurig und doof für mich und für andere langweillig, im schlimmsten fall sogar nervig. Bevor ich diesem Post angefangen habe, habe ich einen ziemlichen selbstmitleidigen Emotweet auf Twitter geschrieben und davor habe genau das gleiche getan wie ich es jetzt schon tagelang mache: mich gefragt, ob das wirklich nötig ist?

Es sind immer wieder die gleichen Fragen, die mein innerer Kritiker mir seit Tagen beim Twittern an den Kopf wirft: findest du das nicht zu dramatisch? Müssen das wirklich alle wissen? Was sollen die Leute über dich denken? Was ist, wenn du die anderen nervst? Und natürlich sein bestes Argument: Das ist unprofessionell! Willst du, dass DAS jemand liest, der dich vielleicht einstellen will?

Es stimmt, ich würde sehr gern im Social Media Bereich arbeiten und ja, ich suche unter anderen auch immer wieder auf Twitter einen Job. Aber geht es nicht gerade im Social Media Bereich darum, ein Unternehmen möglichst authentisch zu vertreten? Es ist nur mal so, dass ich grade kein Unternehmen auf Twitter vertrete, sondern mein eigenes Leben.
Wie soll ich je ein fremdes Unternehmen authentisch vertreten, wenn ich es nicht mal bei meinem eigenen Leben durchhalte? Soll ich nur Sonnenschscheintweets schreiben, weil sie alle so gerne lesen? Wir wissen doch alle, dass das echte Leben keine Kellogswerbung ist.
Möglichweise gibt es einen zurückhaltenderen Weg, man muss nicht sein ganzes Leben im Internet teilen, aber ich gehe diesem Weg nun schon viele Jahre und ich bereue nichts davon. Für mich funktioniert es nur so.

Also Himmel nochmal ja! Ihr sollt alle wissen, dass es mir im Moment nicht so gut geht und dass ich ziemlich sauer auf die Welt bin, weil ich mich unfair behandelt fühle. Ihr müsst wahrscheinlich auch noch ziemlich viele selbstmitleidige Emotweets von mir ertragen.
Ich mag das selbst nicht, aber da müssen wir jetzt alle durch.
Weil wir alle zusammen dieses Jahr schon viel großartiges geschafft haben und noch viel großartiges erleben werden.
Und weil es irgendwann auch wieder heißen wird:

„Wie würdet Sie Ihr Leben beschreiben?“
„Mein leben ist soooo bunt, herzig und wundertoll.“
„Wir melden uns.“

1 Kommentar zu Twittertabu: Liebeskummer?

  1. Ganz ehrlich? Ich würde das twittern wonach dir ist. Wenn dein Kopf/dein Herz dir sagt „twitter über Liebeskummer“ dan n ist das eben so. Ich musste über dem Ausdruck „Das wahre Leben ist keine Kellogswerbung“ doch sehr lachen, aber du hast Recht. Und natürlich sollte man aufpassen was man in sozialen Netzwerken gerade mit dem Hintergrund das zukünftige Arbeitgeber dort als ertses gucken, aber du hast weder peinliche Partybilder noch hast du im besoffenen Zustand was anstößiges geschrieben.

    Also noch mal: Steh zu deinen Gefühlen und Gedanken und wenn das im Mometn rum heulen, sauer sein, trauern ect ist dann ist das so PUNKT

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