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Inklusion, die einfach da ist

Wenn ich auf inklusive Themen stoße, passiert das meistens auf zwei Arten: Entweder  suche ich gezielt danach, weil ich irgendwas aufgreife, das mich interessiert, oder ich werde mit viel Getöse direkt drauf getoßen - dies ist vor allem bei tagesaktuellen Themen der Fall. Etwas, das viel zu selten vorkommt, ist, dass mir die Inklusion da über den Weg läuft, wo ich überhaupt nicht mit ihr rechne. Diese Woche scheint aber meine Glückswoche zu sein, denn ich wurde schon zwei Mal positiv überrascht. 

The Secret Diary of a Callgirl

Behinderung und Sex geht im "Secret Diary of a Callgirl" klar! - imfernsehen.de

 

Ich bin ja ständig auf der Suche nach neuen Serien und diese Woche bin ich mal wieder über die britische Serie und Literaturverfilmung „The Secret Diary of a Callgirl“ gestolpert und bin dran geblieben. Kurz zusammengefasst geht diese Serie über die junge Frau Hannah, die als Escortdame und Callgirl Belle allerhand Abenteuer mit Männern erlebt. Ich mochte die Serie, weil sie mit dem Thema Prostitution realistisch und trotzdem ironisch umgeht. Außerdem haben die Folgen mit 20 Minuten eine ideale Länge, um sie einfach nebenbei zu schauen.  Jede Folge dreht sich mehr oder weniger um einen Gast und eigentlich ist die ganze Bandbreite an Menschen und Vorlieben vertreten, trotzdem ist mir die Kinnlade runtergeklappt, als es in der einen Folge um einen jungen Mann im Rollstuhl ging.

Ehrlich gesagt hätte ich von allen Serien bei dieser am wenigstens erwartet, jemanden mit einer Behinderung zu sehen. Warum? Naja, eigentlich ganz einfach, unter anderem dreht sich die Serie natürlich um Sex.  Sex und Behinderung ist ja nicht gerade das Thema, das Serien, oder allgemein Medien, mit Vorliebe aufgreifen. Außerdem fand ich es schön, wie die Folge umgesetzt wurde. Der Gast wurde von seinem Vater zu Belle begleitet und sogar noch aufs Bett gelegt. Es war also nicht mal diese typische „Ich sitze im Rollstuhl, kann aber sonst alles“- Fernsehbehinderung. Da jeder Gast sowieso seine Besonderheiten mit sich bringt, musste auch nicht so sehr drauf eingegangen werden, dass die Behinderung jetzt so etwas Außergewöhnliches ist. Natürlich wurde drüber gesprochen, aber es war nicht diese typische „Oh mein Gott, der arme, arme  Junge“- Stimmung.   Alles in allem war ich sehr begeistert über den lockeren Umgang mit einem solchen gesellschaflichen Tabuthema.

 

Wired Magazin

Ein Rollstuhl im Wired Magazin (s. 26)

Meine zweite positive Überraschung war erst heute morgen, als ich inspiriert von Eva von Steadynews mir die neue Ausgabe des Wired Magazin gekauft habe. Das Magazin beleuchtet den Fortschritt der Technik in unserem Alltag. Ich war vor allem neugierig auf die Themen rund ums Onlinesein, bin dann aber beim Durchblättern bei einen ganz anderen Artikel hängen geblieben. Nämlich einen Artikel über ein modernes Rollimodell eines Japaners. Abgesehen davon, was ich von den Modell halte, fand ich es großartig, dass das Magazin  auch über die technischen Neuerungen dieses Gebietes berichtet.

Ich würde mir wünschen, dass solche Überraschungen bald keine Ausnahmen mehr sind, sondern einfach Normalität. Diese beiden Beispiele zeigen für mich die ideale Form der Inklusion:  einfach da(bei) sein.

 

 

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1 Kommentar zu Inklusion, die einfach da ist

  1. Tanja, es ist so gut dass wir Dich haben! Ich lerne durch Dich, körperliche Einschränkungen zur „technischen Herausforderung“ zu erheben, anstatt zum „bemitleidenswerten Schicksalsschlag“. Mögest Du viel Gelegenheit haben, diese technischen Lösungen fachkundig zu begleiten hinein in die Zeit eines transhumanen Zeitalters:)

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