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die 1. Nachricht – was Männer vermeiden sollten – Mit Handicaps auf Singlebörsen

Im ersten Teil meiner Miniserie hab ich verschiedene Sichtweisen zur Frage "Sollte man die Behinderung auf dem Profil angeben?" vorgestellt. Wie ich dort schon erzählt habe, gehe ich recht offen mit meinem Handicap um. Das hat natürlich zur Folge, dass ich relativ häufig darauf angesprochen werde. Eine Tatsache, die mich generell nicht stört, weil ich die Neugier durchaus verstehe. Trotzdem gibt es gute und eben nicht ganz so optimale Varianten, die ich hier kurz thematisieren will, um sozusagen eine Art Erste Hilfe zu leisten.

Wer mit einem Handicap auf Singlebörsen surft, kann viel erleben cc by google

 

Gradwanderung zwischen offen und skeptisch

 

Auch wenn ich hier vor allem über die schlechten Varianten spreche, möchte ich sagen, dass die meisten Menschen durchaus nett sind. Ich habe auf Singlebörsen wirklich schon viele coole Menschen kennengelernt. Aber gerade Menschen, die noch nicht so viele Erfahrungen auf Singlebörsen gesammelt haben, möchte ich folgenden Tipp auf dem Weg geben: Seid offen gegenüber den Menschen, aber bleibt skeptisch und vor allem nehmt nichts zu ernst. Ich habe schon ganze Nächte mit Männern durchgeschattet, um dann nie wieder etwas von Ihnen zu hören. Sowas kann weh tun, wenn man diese ganze Flirterei zu ernst nimmt. So viel zu den Risiken und Nebenwirkungen 😉

 

Meine skurillste Mail kam übrigens mal von einen jungen Mann, der mich draufhinwies, dass man das Wort „Rollstuhl“ nicht zum Spass ins Profil schreiben sollte. Ich konnte ihn auch nach mehreren Nachrichten nicht so richtig davon überzeugen, dass ich das durchaus ernst meinte. Auch auf solche Begegnung muss man im Internet gefasst sein, aber sie bleiben die Ausnahme und auch hier hilft eine gute Portion Humor.  Die folgenden Nachrichtentypen kommen dagegen häufiger vor:

 

3 Nachrichtentypen, die Männer vermeiden sollten

 

„Hey, ich wollte dir nur sagen, dass ich es super finde, dass du hier bist“ –  Dies ist die Nachricht, die mir mit Abstand am meisten auf die Nerven geht. Sie klingt erstmal ganz nett und wäre auch ein ganz toller Gesprächsstart, wenn es denn ein Start wäre. Nach meiner Erfahrung kommt nach so einer Nachricht zu 90% nichts mehr, deswegen ist diese Nachricht für mich die Onlinevariante des Kopftäschels in der Disco. Wirklich schrecklich und eigentlich auch herabwürdigend – ganz wie Stella Young immer sagte: I’m not your inspiration porn!  Trotzdem sollte man nicht vergessen, dass die Leute das eigentlich nett meinen und es einfach nicht besser wissen.

 

Warum bist du behindert? – eine legitime Frage nach meiner Meinung – nur nicht grade als allererste Nachricht und schon gar nicht ohne Begrüßung und Infos  zu einem selbst. Eine Behinderung und vor allem die Geschichte dahinter, ist eine sehr persönliche Sache, die man nicht jeden fremden Mann auf die Nase binden möchte. Wenn ihr unbedingt direkt als erstes danach fragen wollt, weil es eben eine interessante Frage ist, dann finde ich folgende  Formulierung  zumindest besser : Darf ich dich  fragen, warum….“  Damit signalisiert ihr zumindest, dass es euch bewusst ist, dass ihr euch auf einen heiklen Gebiet befindet.

 

Geht das mit dem Sex? – Eine sehr beliebte Frage, aber ein absolutes No-Go für die erste Mail. Ich bin mir bewusst darüber, das Sex ein sehr wichtiges Thema gerade bei Männer auf Singlebörsen ist. Ich bin auch fast immer bereit, diese Frage im Laufe des Gespräches zu beantworten, weil darüber allgemein viel zu wenig geredet wird. Aber bitte nicht als erste Mail – Ich unterscheide dabei auch zwischen Mails aller „hast du Lust mit mir (beliebige sexuelle Handlung einsetzen)“  und diesen technischen Fragen. Die erste Variante ist zwar auch nicht meine persönliche Lieblingsbegrüßung, aber immehin noch so eine Art Kompliment. Während die zweite Variante nach Aufkläfungsunterricht klingt – und wir sind hier nicht bei Wikipedia, liebste Männer.

 

Ansprechen – aber richtig

Auch wenn ich sagen kann, wie ihr es am besten nicht machen solltet , habe ich natürlich keine Zauberformel, wie es richtig geht. Es gibt da auch kein richtig oder falsch, weil jeder Mensch natürlich auch verschieden ist und anders reagiert. Aber als kleine Hilfestellung: Wir sind mehr als unsere Handicaps!  Was interessiert euch neben der Behinderung noch am Profil? Fangt doch einfach damit an. Oder, wenn ihr aus lauter Neugier trotzdem direkt auf die Behinderung zu sprechen kommen sollt, schreibt mehr als einen Satz. Seid offen und ehrlich und gebt zu, dass ihr eventuell deswegen verunsichert seid. Das ist nicht peinlich, sondern menschlich und gibt sicher einige Sympathiepunkte 🙂

 

Im nächsten Teil erzähle ich  euch etwas über meine Erlebnisse auf Seiten für Singles mit Handicaps  – und was ein Heiratsantrag damit zu tun hat.

 

 

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