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Flirten für Fortgeschrittene: Mit Handicaps auf Singlebörsen Teil 1

Bald ist es wieder so weit, der Valentinstag steht mit Herzchen in den Augen vor der Tür und wartet,dass er reinkommen darf. Was für Pärchen ein schöner Anlass sein kann, um der Romantik ein bisschen zu fröhnen, kann für die Singles unter uns ein rotes Tuch sein. Was liegt also näher als sich in die nächste Singlebörsen anzumelden, um vielleicht doch nicht ganz alleine zu sein.

Es ist ja hinlänglich bekannt, dass man auf solchen Singleseiten swieso die eine oder andere lustige Geschichte erlebt, noch lustiger wird das Ganze aber noch ein bisschen, wenn eine Behinderung ins Spiel kommt. Viele der Situationen kommen meiner Meinung nach zustande, weil auch auf Singlebörsen nicht viele Menschen mit Handicaps unterwegs sind und die meisten sehr unsicher sind, wie sie sich verhalten sollen. Daher startet ich hier jetzt eine Miniserie, rund um Tipps und Erlebnissen aus der Welt der Singlebörsen. Teil 1, also dieser Teil, dreht sich um die Frage. ob man seine Behinderung im Profil angeben sollte. Im Teil 2 werde ich mich an die Männerwelt wenden und erklären, welche Reaktionen vielleicht nicht so toll angekommen, warum und was ihr besser machen könnt. Im letzten Teil werde ich dann spezielle Singlebörse für Menschen mit Handicaps thematisieren.

 

Wer mit einem Handicap auf Singlebörsen surft, kann viel erleben cc by google

 

 

Sollte man die Behinderung auf dem Profil angeben?

 

Diese Frage ist immer noch total umstritten und es gibt auch kein richtig oder falsch. Generell solltet ihr euch einfach wohlfühlen mit eurem Profil. Beide Varianten haben ihre Vor- und Nachteile. Ich habe beide Varianten jahrelang selbst ausgetesten und kann ein bisschen was zu den Unterschieden sagen.

Behinderung verschweigen

Gerade in meiner Anfangszeit auf Singlebören habe ich meine Behinderung sowohl auf dem Foto versteckt als auch nicht in mein Profil angegeben, weil ich dachte, dass mich sonst eh keiner anschreibt. Jetzt wo ich beide Seiten kenne, kann ich sagen, dass ich wirklich wesentlich mehr Klicks und Mails bekommen habe, als ich meine Behinderung noch nicht angegeben habe.

Ob es sich trotzdem lohnt, auf die Behinderung hinzuweisen, hängt auch ein bisschen davon ab, mit welchem Ziel ihr auf den Seiten unterwegs seid. Wenn man wirklich nur chatten will, kann so argumentieren, dass man ja nicht alles jedem auf die Nase binden muss.

Wenn man aber von vornerein nicht ausschließen kann, dass man mehr will als das bloße Chatten, sollte man es sich wirklich überlegen, ob man die Behinderung nicht zumindest kurz thematisiert. Aus meiner Erfahrung kann ich jedenfalls sagen, je länger man mit jemanden Kontakt hat, desto schwierig wird es, im Nachhinein darüber zu sprechen. Gerade, wenn sich schon das erste Kribbeln im Bauch bildet. Weil man dann auf einmal Verlustängste hat und sich eventuell als eine Art Mogelpackung fühlt, weil ja nicht alle Karten auf dem Tisch liegen. Auch die Reaktionen auf mein spätere Offenbarung waren immer sehr unterschiedlich. Es gab Leute, die echt toll reagiert haben. Aber ich habe auch Beleidigungen oder sofortige Kontaktabbrüche erlebt.

 

Behinderung angeben

 

Nach einer doofen Reaktion habe ich beschlossen, dass ich einfach nicht mehr in die Situation kommen möchte, nicht zu wissen, ob der andere allgemein Probleme mit meiner Behinderung hat. Die Konsequenz daraus war, dass ich meine Behinderung in den Profiltext hinein geschriebe habe. Ein Schritt, den ich nie bereut habe. Die größte Veränderung war, dass ich tatsächlich viel weniger Zuschriften bekommen habe. Ich würde fast sagen, es sind 2/3 Prozent weniger. Das hört sich zwar gigantisch viel an, aber man muss sich halt fragen, ob den Rest überhaupt kennenlernen möchte. Für mich galt schon immer das Motto Qualität vor Quantität. Das Gefühl, mich nicht mehr verstecken zu müssen, und dass alle Karten auf dem Tisch liegen, ist für mich viel wichtig als eine Masse an Nachrichten.

Ob ich meine Behinderung auch schon auf dem Foto zeige, liegt im übrigen gerade daran, welches mein aktuelles Lieblingsbild ist. Wer aber auf Nummer sicher gehen möchte, dass der andere das Handicap garantiert mitbekommt, sollte ein Foto wählen, wo man es erkennen kann. Mitunter sind die Herren der Schöpfung nämlich ziemlich lesefaul. Außerdem habe ich gemerkt, dass Humor und Selbstironie im Text hilfreich sind, um erste Berührungsängste abzubauen. Aber da kommt es auch drauf an, welcher Schreibtyp ihr seid.

Auf der anderen Seite muss man, wenn man alles angibt, eben auch damit rechnen, auf die Behinderung angesprochen zu werden. Etwas, was ich persönlich generell nicht schlimm finden. Aber auch da gibt es angehme und weniger angenehme Arten. Welche das sind, werde ich, besonders für euch liebe Männer, im nächsten Teil der Serie erzählen.

2 Kommentare zu Flirten für Fortgeschrittene: Mit Handicaps auf Singlebörsen Teil 1

  1. hi
    Ich war selber immer wieder auf Ainglebörsen und da ich lesbisch bin ist die Sache noch schwieriger aber ich stimme dir zu das die beste Methode Offenheit ist ich schreibe zwar nicht direkt in mein Profil aber ichbdage es in den Mails da ich es auch nicht so gut verstecken kann da ich arbeitsunfähig bin und viele dann fragen warum ich nicht arbeite
    Kg Eilanah

  2. Toll geschrieben liebe Tanja! Freu mich schon auf die nächsten Teile.

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