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Aktion T4: Behinderte und kranke Menschen als NS-Opfer

CN: Euthanasie

Zum Gedenktag der Befreiung der Menschen in #Auschwitz möchte ich – neben dem Gedenken – auch wieder an die Opfer der “Aktion T4” erinnern. Ungefähr 70.000 Menschen mit Behinderung und Krankheiten wurden allein in Deutschland während der Hauptzeit der Aktion zwischen 1940 und 1941 ermordet.

Hinzukommen etwa 5000 Morde an Kindern mit Behinderung. Die fanden bereits im Vorfeld statt. Außerdem geschahen auch noch unzählige Experimente an Menschen, die tödlich endeten. Dazu gab es auch noch hunderttausende Krankenmorde in Polen und der ehemaligen Sowjetunion. Es gibt Historiker:innen, die mit 200.000 Todesopfern oder noch mehr rechnen.

Gedenktafel an der Tiergartenstraße 4 in Berlin - einer der zentralen Planungsorte der Aktion T4 - cc copyright by Wikipedia
Bild: Gedenktafel an der Tiergartenstraße 4 in Berlin – einer der zentralen Planungsorte der Aktion T4 – cc copyright by Wikipedia

Aber mich bewegt nicht nur diese ungeheuer große Zahl, die eigentlich schon zu groß ist, um sich genau etwas darunter vorzustellen. Mich bewegt vor allem das Denken, das für diese Zahlen verantwortlich ist.

Die Lager und Psychiatrien mögen verschwunden sein. Aber etwas, das mir Corona sehr deutlich seit 1 Jahr wieder ins Bewusstsein gerufen hat: Die Einstellung, dass Menschen mit Behinderung ein unwertes Leben oder zumindest ein minderwertiges Leben führen, ist immer noch hochaktuell.

Deswegen finde ich es wichtig, dass wir uns mit der AktionT4 nicht nur als etwas aus der Vergangenheit auseinandersetzen, sondern als etwas, das noch sehr viele Verbindungen zur Gegenwart hat. Sei es in den Debatten um Geld für Inklusion oder um Corona und um die Triage. Sei es in den vielen Einrichtungen für Menschen mit Behinderung, die noch nicht mal ansatzweise genug überprüft werden. Siehe die Vorfälle am Wittekindshof oder anderen Vorfällen. Oder eben ganz besonders die Sachen, die nicht bekannt werden.

Menschen mit Behinderung müssen als Teil der Gesellschaft sichtbar sein und ernst genommen werden. In der Vergangenheit, in der Gegenwart und in der Zukunft.

We remember and we matter!

Mehr Information:

https://www.gedenkort-t4.eu/de/wissen/aktion-t4

https://www.t4-denkmal.de/Die-Aktion-T4

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