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der vielleicht letzte Sommer #alleinzuhaus

Unsere Freiheit braucht eure Hilfe!

Es ist endlich Sommer! Ich genieße die Sonne und schreibe diesen Artikel draußen. Nicht nur weil ich natürlich das großartige Wetter genießen möchte, sondern vor allem auch weil ich das Gefühl habe, dass es der letzte Sommer ist, indem ich vielleicht so spontan draußen schreiben kann. Vielleicht ist es auch der letzte Sommer, indem ich spontan einen Kaffee trinken, shoppen, oder Freunde treffen kann. Vielleicht ist das der letzte Sommer, in dem ich irgendwas spontan machen kann, weil ich nicht im Heim lebe.

jetzt auf alleinzuhaus.org informieren und unsere Freiheit unterstützen!

Das Teilhabegesetz – der heilige Gral

 
In den letzten Jahren hat sich eine ganz neue Bewegung von Menschen mit Behinderung entwickelt, die das Teilhabegesetz unterstützt hat. Ich war voller Stolz, dass ich Teil dieser Bewegung sein dürfte. Es ging darum, unser Leben mit Behinderung einfacher und gerechter zu machen. Es ging darum, unseren Platz in der Gesellschaft zu finden und für unsere Leistungen akzeptiert zu werden.Es sollte ein großartiger Schritt Richtung einer gemeinsamen Zukunft zwischen Menschen mit und ohne Behinderung werden.

Teilhabegesetz? Bloß nicht!

 

Natürlich stimmen Traum und Wirklichkeit nie 100%ig überein, Kompromisse und Abstriche müssen immer eingegangen werden, wenn sich viele Menschen auf etwas einigen wollen.
Aber in den letzten Monaten und Wochen ist das Teilhabegesetz zum Albtraum geworden.Ein Albtraum, der unsere Freiheit auffrisst.Es geht nicht mehr darum, irgendwas besser, einfacher oder gerechter zu machen. Es geht darum, überhaupt noch ein freies Leben führen zu dürfen.
Letztendlich geht es um die Frage: wie viel darf Freiheit kosten?

Das geplante Teilhabegesetz gibt eine ziemliche klare Antwort:

‚Das Wunsch- und Wahlrecht orientiert sich in der jetzt geplanten Form (§ 104 Abs. 2 BTHG-Entwurf) vor allem an Kostengesichtspunkten. Der Wortlaut entspricht zwar annähernd dem derzeit geltenden Wunsch- und Wahlrecht, jedoch mit der Einschränkung, dass es den Grundsatz „ambulant vor stationär“ in der neuen Eingliederungshilfe nicht mehr gibt. Damit entfällt ein wichtiges Argument, um ein Leben in den eigenen vier Wänden zu „rechtfertigen“. Ämter werden deshalb in vielen Fällen zukünftig Menschen mit Behinderung notwendige Hilfen für ein Leben zuhause verweigern und sie auf eine Unterbringung in Einrichtungen verweisen.‘

Zwar soll es einen Art Bestandschutz geben, das heißt, dass Menschen wie ich, die bereits alleine wohnen, das auch weiterhin dürfen (Danke für eure unendliche Gnade, liebe Bundesregierung…) – aber keiner weiß genau, wie konsequent dieser Bestandschutz angewendet werden wird, geschweige denn, wie lange er überhaupt existieren wird.

Nächste Frage: was passiert mit den Jugendlichen mit Behinderung, die genau jetzt in das Alter kommen zuhause ausziehen zu können?
Sollen 18, 19, 20 jährige junge Menschen DIREKT ins Heim gehen? Ohne jeglichen Raum für Selbstverwirklichung und ohne jede Chance auf eine Berufliche Zukunft? (Welche Heimmitarbeiter haben schon Zeit für Unterstützungen bei Bewerbungen oder gar Vorstellungsgesprächen?) Ist das die große Zukunftvision unserer Gesellschaft?

#alleinzuhaus statt Heim

 

In ein paar Wochen soll über das Teilhabegesetz im Bundestag entschieden werden, es bleibt also wirklich nicht mehr viel Zeit um das Schlimmste zu verhindern. Bisher stellen sich die meisten Politiker auf taub, deswegen brauchen wir jeden Einzelnen, der uns irgendwie unterstützen kann. Auch und besonders Menschen ohne Behinderung.

Was ihr konkret tun könnt:

  • euer Umfeld informieren: teilt die Seite alleinzuhaus.org auf Twitter/Facebook/Instagram/Snapchat und redet mit euren Freunden und Bekannten darüber – es wissen immer noch viel zu wenige, was das Teilhabegesetz überhaupt ist
  • Petition unterschreiben: Es gibt eine Bundestagspetition, damit einige von uns die Chance bekommen, unsere Kritik am Teilhabegesetz im Bundestag nochmal zu äußern
  • euren Abgeordneten schreiben: Auf alleinzuhaus.org gibt es einen vorformulierten Brief und die Adressen der Abgeordneten, ist mühsam aber schafft nochmal Aufmerksamkeit bei denen, die am Ende entscheiden.
  • Ideen sammeln: Was kann man noch machen, um Aufmerksamkeit zu bekommen? Wenn ihr Ideen habt, dann würde ich mich freuen, wenn ihr sie mit mir/uns teilt. Ich bin hier im Blog natürlich zu erreichen, aber auch auf Twitter als @Rollifräulein oder unter dieser Mail: t.kollodzieyski (At) email .de

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